BdV - Bund der Vertriebenen

Liebe Besucherinnen und Besucher,

grenzüberschreitende Verständigung: Diese Worte fallen oft, wenn es um den Einsatz der Heimatvertriebenen, Spätaussiedler und ihrer Verbände geht. Das dahinterliegende Bedeutungsuniversum schließt jede Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen mit ein – plus je nach Lage Schwierigkeiten fremdsprachlicher, geopolitischer oder geschichtsbetrachtender Natur.

 

Wer sich in diesem Bereich engagiert, hat sicher schon erlebt, wie Kontakte auf der Ebene von Mensch zu Mensch in kurzer Zeit zu Verständnis und Freundschaft führen und doch auf zwischenstaatlicher Ebene über Jahre stagnieren können. Umso befriedigender ist es, wenn die Früchte der Arbeit heranreifen – wenn also gesellschaftliche Entwicklungen, an denen grenzüberschreitender Austausch immer einen Anteil hat, politische Perspektiven verändern. Naturgemäß wird dadurch wiederum die Verständigung erleichtert.

 

Der erste ausländische Redner bei einem deutschen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung, Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis, hat in seiner Ansprache einen solchen Perspektivwechsel nachvollzogen. Rumänien war Bündnispartner der Nationalsozialisten, deportierte in Abstimmung mit der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg zehntausende Deutsche und glitt dann selbst in eine kommunistische Diktatur ab. Johannis, als Siebenbürger Sachse auch Vertreter einer nationalen Minderheit, berichtete von einem Land, das sich dieser wechselvollen Geschichte heute vorbehaltlos und kritisch stellt und sich bemüht, in der Vergangenheit begangenes Unrecht – auch Deutschen gegenüber – wiedergutzumachen.

 

Für die großen landsmannschaftlichen Treffen ist die Anwesenheit offizieller Gäste aus den Staaten unserer Heimatgebiete ebenfalls ein untrügliches Zeichen für gedeihenden Austausch und wachsendes gegenseitiges Verständnis. Wo solche Gäste ausbleiben, sind die ausgestreckten Hände noch nicht in ausreichender Zahl ergriffen worden. Gerade hier gilt es, die Verständigungsbemühungen fortzusetzen und auf deren zukünftigen Erfolg zu vertrauen.

 

Ihr
Dr. Bernd Fabritius MdB